Lungauer AlleinerzieherInnen 2011

Bei meiner Auswahltätigkeit der teilnehmenden Kinder für die Friedensflotte im September hatte ich viele Kontakte mit allein erziehenden Elternteilen, die ihre Kinder meist sehr gerne an diesem Projekt teilnehmen ließen, aber immer wieder mit einem weinenden Auge meinten, es den Kindern zwar von Herzen zu vergönnen, aber selbst auch sehr gerne einmal an so einer tolle Woche teilnehmen zu wollen:
„Einmal Zeit für mich haben, einmal sich ein paar Tage nicht um Kinder und Haushalt kümmern müssen, einmal nicht arbeiten und dann auch noch einkaufen gehen müssen, einmal ein paar Tage keine Hausaufgaben kontrollieren und Kinder vom Fernseher und Computer weglocken müssen, einfach ein paar Tage keine Verpflichtungen zu haben, sich ums eigene Wohlbefinden kümmern können, nur Ruhe haben, ausspannen und auftanken können und sich auch noch mit Gleichgesinnten austauschen können, einmal nach langen Jahren ohne Urlaub – das Geld dafür fehlt ständig – wieder das Meer sehen können und wenn ich das Bedürfnis habe, über meine Probleme und Lebenssituation reden zu können, wäre auch noch jemand Kompetenter an meiner Seite – gibt es so eine Segelwoche nicht auch für Erwachsene?“

Diese oben zusammengefassten WĂĽnsche von allein erziehenden Elternteilen haben uns bewogen, ein Schiff fĂĽr eben diese Erwachsenen zu planen und uns um einen Platz bei der Maiflotte 2011 zu bewerben.
Auch aus meiner Arbeit am Jugendamt kenne ich die Situation von allein erziehenden Elternteilen sehr gut. Sie verwenden ihre ganze Kraft, Zeit und Energie – und natürlich auch die oft sehr beschränkten finanziellen Mittel – dafür, ihr Erziehungsarbeit neben der meist notwendigen Berufstätigkeit möglichst gut zu meistern und sind oft und über sehr lange Zeit an der Grenze der Belastungsfähigkeit. Es gibt eigentlich kaum Zeit für die eigene Erholung, denn selbst in der Urlaubszeit sind die Kinder zu betreuen und der Haushalt zu führen, oft sind in den Schulferien noch mühsam Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu organisieren und auch zu bezahlen – Zeit und Geld für´s eigene Kräfteschöpfen stehen nicht zur Verfügung…

Die Folgen sind oft gesellschaftlicher Rückzug, zunehmende Isolation, auch psychische Erschöpfungszustände sowie somatische und physische Beschwerden – oft ohne Aussicht auf baldige Besserung der Lebenssituation.

Unser Projekt möchte diesen allein erziehenden Eltern eine Woche „Urlaub“ ermöglichen, Zeit für sich und Austausch mit anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen, Entspannung, Ruhe, Genuss und die Gelegenheit, einmal selbst versorgt zu werden, Zeit für Gespräche mit den psychosozial geschulten Betreuern, um Rückschau zu halten, Belastendes los zu werden und ressourcenorientiert und gestärkt ev. neue Perspektiven zu erarbeiten – kurzum sich selbst wieder zu spüren, aufzutanken und mit neuen Kräften in den meist sehr belastenden und Kräfte raubenden Alltag zurückzukehren.

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