Logbuch "The Big One"
geführt von Herbert Fritzenwallner, Lebenshilfe Werkstätte Tamsweg.
Samstag, 13. September 2008
Die Nacht von Freitag auf Samstag war sehr kurz. Um 4:00h in aller Herrgottsfrühe da stand ich auf und machte mich reisefertig. Abfahrt folgte etwa um 5:15h wobei wir mindestens 12 Stunden bis zum Ziel in Anspruch nahmen. Danach bezogen wir erst das Schiff. Mit an Bord waren wir Crew: Günter Hammerstingl, Franz Kocher, Herbert Fritzenwallner, Josef Lürzer und Josef Löcker. Die Skipper Sepp Kietreiber und Norbert Stolz. Zuständig für die Presse und das Finanzielle, Roland Lorscheid. Verantwortlich für den Transport Anton Troger, für die Verpflegung und Betreuung Maria Kietreiber und Norbert Planitzer. Wir gingen essen und anschließend schliefen wir uns bis nächsten Tag aus.
Sonntag, 14. September 2008
Tag 1: Ein verheißungsvoller neuer Tag brach an. Gähnend krochen wir aus unseren Kojen, wischten uns die Augen aus und verließen dann unsere Kajüten. Um 9:00h wurde genussvoll und ausgiebig gefrühstückt, als nächstes folgte das Auspacken. Um die Mittagszeit segelten wir zum ersten mal aus. Die Route führte von Murter nach Skradin, wo wir schließlich anhielten. Am späteren Abend saßen wir mit einer anderen Crew gemütlich beisammen und unterhielten uns über alles Mögliche.
Montag, 15. September 2008
Tag 2: Heute stand am Programm erst einmal eine kurze Stadtbesichtigung. In Begleitung von Roland Lorscheid mit Franz Kocher, schlenderten Günter Hammerstingl und ich Herbert Fritzenwallner durch die Altstadtgassen. Durch Maschinengewehrsalven zerschossene und zerfurchte Fassaden aus dem ehemaligen Balkankrieg. Einige 100 Meter weiter eine ausgeplünderte und zerstörte Orthodoxenkirche, zwischen den Häuserzeilen ein demoliertes Gebäude ohne Dach und zerborstene Fensterlucken, offensichtlich durch einen Bombentreffer. Mittlerweile zog die Natur ein und überwuchert den Innenraum. Gegen 11:00h unternahmen wir einen Ausflug zu den Krka Wasserfällen. Mit einem Taxiboot ließen wir uns zu den gegebenen Ort bringen, danach sammelten wir uns erst einmal, zu Fuß marschierten wir dann weiter. Dort erwartete uns leider ein unvorhergesehenes Problem mit Lürzer Josef. Er fiel so unglücklich, dass er sich eine Schramme am Kopf zuzog. Nach einem Tag Krankenhausaufenthalt auf Beobachtung vermittelte man uns positive Nachrichten. Laut Informationsbericht ist er aber schon wieder so viel zum scherzen aufgelegt, dass er am Dienstag wieder entlassen werden konnte.
Dienstag, 16. September 2008
Tag 3: Nachdem wir immer noch nicht so recht Bescheid wussten, wann Josef entlassen wird saßen wir noch einen halben Tag im Hafen von Skradin fest. Nach dem Frühstück beschlossen dann Kietreiber Sepp, ich, Franz Kocher und Josef Löcker unsere Füße zu vertreten. Später ließen wir uns in ein Caféhaus nieder und genossen die Aussicht die uns vor Füßen lag. Am Nachmittag wurde uns dann eine Nachricht übermittelt, dass aus der Sichtweise des Arztes der Patient Lürzer Josef wieder stabil genug sei und nach seinem Wunsch das Krankenhaus wieder verlassen kann. Nach einer guten Stunde brachte ihn die Feuerwehr zu uns. Mit zerknirschten Lächeln fiel er einigen um den Hals. Bis auf die Schramme auf den seinen Kopf war alles wieder in Ordnung.
Mittwoch, 17. September 2008
Tag 4: Zeitig in der Früh, vor dem Frühstück ließen wir in Skradin die Muring zurück ins Wasser fallen und nahmen Kurs Richtung Biograd. Bei etwas stürmischen Seegang ging es entlang der Buchten, bei Sibenik vorbei, nach und nach legte sich der Sturm allmählich. Gegen 13:30h erreichten wir unser Ziel. Nachdem unsere Big One dingfest gemacht wurde, machten wir uns einwenig Ortskundig. Nach dem Abendessen gab es ein Kinder- und Jugendprogramm, eine Stunde später verließen wir den Platz und gingen auf einen Drink. Etwa um 22:30h wackelten wir wieder zurück zu unserer Big One.
Donnerstag, 18. September 2008
Tag 5: Als wir aufwachten ließ gerade noch ein Nebelschleier die Stadt ergrauen. Mit wankenden Schritten verließen wir unsere Schlafgemächer und stiegen auf das Deck empor. Norbert Planitzer, Sepp Kietreiber und Norbert Stolz fertigten das Schiff für die Formationsfahrt ab, nach und nach lichtete sich auch schon der Horizont als über 100 Schiffe den Hafen verließen. Mit dröhnenden und gurgelnden Getöse verließen wir den Hafen von Biograd. Ein Hubschrauber, mit an Bord ein Kamerateam zog über uns ihre runden. Ab 9:00h hieß es auf Kommando „Segel setzen und Motor ab“. In Reih und Glied starteten wir einen zweistündigen Segelturn. In einer Bucht namens Uvala Soline gingen wir vor Anker. Ein weiteres Schiff rückte an uns heran, anschließend gab es mit unseren Nachbarn bei Wein, Kaffee und Kuchen ein nettes Plauderstündchen. Mit unserem Beiboot fuhren wir dann auf eine Insel zu und ließen uns von den Einheimischen verköstigen. Bei der Rückfahrt ging es allerdings etwas spannend und turbulent zu. Zu fünft saßen zusammengepfercht in unserer Nussschale Roland Lorscheid, Norbert Stolz, Toni Troger, Hubert Roth und ich Herbert Fritzenwallner. Verdammt gefährlich und verdächtig schwabbelte das Wasser über die Außenwände, ein Gejohle erregte das Aufsehen. Kaum angekommen wollten alles raus – so schnell wie möglich – aber der Meeresgott Neptun meinte es doch nicht so gut mit uns. Das Boot aufgedreht, der Motor unter Wasser die Handys, Geldbörsen und Fotoapparate saunass. Kräfteraubend kletterten wir spuckend und krächzend auf das große Schiff rüber, dann ging es weiter nach Sali. Am Abend wurde dann gegrillt.
Freitag 19. September 2008
Tag 6: Gleich nachdem wir frühstückten fuhren wir von Sali wieder zurück zum Ursprungsort nach Murter. Um 16:30h erreichten wir schließlich den Aufenthaltsort. Wir holten unsere Reisetaschen hervor, und das Segelschiff wurde zur Übergabe fertig gemacht. Langsam und gemächlich geht auch schon der Urlaub zu Ende. Meine Eindrücke der vergangenen Woche, es war einfach wunderschön! Anders kann man es nicht formulieren. Das Wetter spielte toll mit. So viele schöne Inseln und Buchten mit herrlichem Panoramablick und mediterranen Flair. Ein wahrlicher Augenschmaus für Genießer – ich kann es nur weiter empfehlen.
Samstag, 20. September 2008
Tag 7: Zeitig um 06:00h standen wir auf und zum allerletzten mal frühstückten wir noch auf unserem Schiff. Daraufhin schnappten wir unser Handgepäck und verabschiedeten uns von der Big One. Als wir mit dem Reisebus ein Stück vorankamen waren wir gezwungenermaßen zum Anhalten aufgefordert, denn die Bora fegte so kräftig über das Land herein, dass eine Weiterfahrt nicht möglich war. Vorsichtshalber wurde schon gemunkelt, dass wir für eine weitere Nacht ein Schiff reservieren müssten. Aber als der Sturm nachließ kam es dann doch nicht so weit. Unmittelbar darauf bekamen wir schließlich die Erlaubnis für die Weiterfahrt. Bei der Durchfahrt lies ich alles noch einmal vor meinen Augen wie im Film Revue passieren. Berg auf Berg ab und Tal einwärts fuhren wir an dünn besiedelten Dörfern, schroffen und kargen Landschaften entlang. Um 17:00h kehrten wir dann in ein Gasthaus ein. Als wir schließlich fertig waren, hatten wir noch fünf Stunden vor uns. Glücklich und gesund fuhren wir in unserer Heimat entgegen. Ein herzliches Dankeschön allen voran an Anton Troger für die Fahrt, die er in Anspruch nahm, ein weiteres Dankeschön für die zwei Hauptverantwortlichen: Sepp Kietreiber und Norbert Stolz, für das navigieren und das alles reibungslos ablief. Danke auch an Maria Kietreiber und Norbert Planitzer für die Versorgung und netten Stunden die ihr mit uns verbracht habt, und nicht zuletzt ebenfalls ein Dankeschön an Roland Lorscheid für die aufwändige Fotografie und die Finanzen..































